Hepatitis C
Prof. Dr. med. J. Reichen, Institut für Klinische Pharmakologie
Universität Bern


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Was ist Hepatitis C? Eine Infektion der Leber mit einem Virus. Dies führt zur Entzündung der Leber (Hepatitis). Wenn die Krankheit chronisch wird (d.h. über ein Jahr dauert), kann es über Jahrzehnte zu einer Vernarbung der Leber (Leberzirrhose) kommen. Dies dauert 10 - 60 Jahre. In Patienten mit einer Leberzirrhose kann es 30 Jahre nach der Infektion zu einem Leberkrebs kommen; dies ist allerdings in der Schweiz eher selten.
Wie wird Hepatitis C übertragen?
  • Mit Blutprodukten
  • Drogenmissbrauch (unsaubere Spritzen)
  • Kleine Verletzungen (z.B. Rasierapparate, Zahnbürsten etc.)
  • Tätowierungen und Piercings
  • Wenn überhaupt, wird die Hepatitis sexuell nur selten übertragen
  • Die Übertragung von der Mutter auf das Kind ist sehr selten. Werdende Mütter mit einer Hepatitis C können normal entbinden und stillen.
Wie merkt man, ob man eine Hepatitis C hat?
  • Die meisten Patienten merken nichts
  • Müdigkeit, verminderte Lebensqualität
  • Gelegentlich milde Schmerzen im rechten Oberbauch
  • Der Hausarzt kann die Hepatitis C finden, indem er nach einer Leberentzündung sucht und die Antikörper gegen die Hepatitis C bestimmen lässt.
Wie viele SchweizerInnen haben eine Hepatitis C? Man schätzt, dass 0.5 - 1 % der Bevölkerung eine Hepatitis C haben, das heisst dass 35'000 - 70'000 Menschen betroffen sind. Wie viele davon die schweren Komplikationen (Leberzirrhose oder Leberkrebs) entwickeln, wissen wir nicht. Aufgrund verschiedener Studien kann man schätzen, dass 200 - 300 PatientInnen pro Jahr eine schwere Komplikation entwickeln.
Kann man die Hepatitis C behandeln?
  • Die Behandlung der Wahl ist heute die Kombination pegyliertes Interferon + Ribavirin. Damit können 45 % der Patienten mit Genotyp 1 und 80 % der Patienten mit Genotyp 2 oder 3 geheilt werden (Genotyp bezeichnet die 'Familien' des Virus).
  • Interferone (IFN) sind Eiweisse, die der Körper zur Abwehr von Viren macht. Interferon wird heute gentechnologisch hergestellt. Die Pegylierung (dabei werden Polyethylenglykol Moleküle an das Interferon gebunden) verlängert die Halbwerstzeit. Diese Interferone müssen daher nur noch einmal wöchentlich gespritzt werden.
  • Die wichtigste Nebenwirkung ist eine kleine "Grippe", nämlich Fieber, Gliederschmerzen und Müdigkeit. Eine andere häufige Nebenwirkung ist die Depression. Die meisten PatientInnen können während der Behandlung normal arbeiten.
  • Für Patienten mit Leberzirrhose und schweren Komplikationen wird heute die Lebertransplantation empfohlen. Diese wird in Bern an der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie durchgeführt.
  • Für Patienten mit Leberkrebs kann eine Operation zur Heilung führen, wenn der Krebs früh entdeckt wird.
  • Soll ich mich behandeln lassen?
Was soll ich tun, wenn ich eine Hepatitis C habe?
VOR ALLEM KEINE PANIK!
  • Lassen Sie sich über eine Therapie beraten!
  • Alkohol und die Hepatitis C sind schlechte Bettgenossen: am besten überhaupt keinen Alkohol trinken. Wenn es denn nicht anders geht nur mässig am Wochenende, damit sich die Leber erholen kann.
  • Ausserhalb eines ständigen Verhältnisses nur geschützten Geschlechtsverkehr. Mit einem ständigen Partner ist ein Schutz nicht notwending.
  • Denken Sie daran, dass Ihr Blut infektiös ist: Rasierapparate, Zahnbürsten etc. nicht teilen.
  • Lassen Sie sich auf Hepatitis A und B testen; wenn Sie diese nicht durchgemacht haben, sollten Sie sich impfen lassen.



21. Februar 1998
Letzte Revision 16. Mai 2002